11. Mai 2011 - Radtour um Wien herum



Übersichtskarte

Ich startete am Böhmischen Prater mit dem Freizeitgebiet Löwygrube (das aus einer Hundeauslaufzone besteht), fuhr einen Schotterweg (grenzwertig mit dem Straßenrad) hinunter nach Unterlaa, besichtigte die dortige Kirche, und nahm den Radweg entlang der Liesing bis nach Schwechat. Von dort wurde es etwas komplizierter, ich fand aber schließlich den Radweg zum Kraftwerk Freudenau, welches einen Überweg auf die Donauinsel bietet. Die Donauinsel radelte ich nordwestwärts bis zur Reichsbrücke und gelangte über Praterstern, Ringradweg, Karlskirche, Wiedener Gürtel schließlich wieder am Ausgangsort Laaer Berg an. Insgesamt waren das 35,4 km - reine Fahrtzeit ca. 2 Stunden 10 Minuten. Mit einigen Pausen war ich über 3 Stunden unterwegs.

Vom Böhmischen Prater, so genannt, da als Freizeitattraktion für die damaligen Ziegelarbeiter ("Ziegelbehm") aus Böhmen gebaut, fährt man zunächst immer schön abwärts über die Löwygrube und über die Bitterlichstraße bis zum Kossmatplatz (benannt nach einem Geologen, auf den u.a. die Unterteilung des Variskischen Gebirges zurückgeht).

Bild 1: Dort beginnt die Grenzstraße, ein Schotterweg. Hier verlief früher die Grenze zwischen Favoriten (10.Bezirk) und Simmering (11.Bezirk), heute ist sie die Grenze zwischen Oberlaa (Bezirksteil von Favoriten) und Simmering. Ein alter Grenzstein auf halbem Weg erinnert an die Geschichte. Links hinten sieht man die Karl-Borromäus-Kirche im Zentralfriedhof. Wenn man hier steht, hat man es geschafft: Willkommen in der Pampa!

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Bild 2: Mächtig erhebt sich die Kirche im Zentralfriedhof, schräg links dahinter der Flugsicherungstower in Schwechat und im Vordergrund die Gleise der Ostbahn, die vom ehemaligen Ostbahnhof (derzeit provisorischer Südbahnhof) beispielsweise nach Neusiedl oder Bratislava fährt.

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Bild 3: Nach Osten zu geht der Blick weit ins Wiener Becken, der mittlere Bildteil gehört den Wohn- und Industrieanlagen des 11. Bezirks, im Hintergrund identifizieren die Wien-Kenner links des großen Gebäudes die Kleinen Karpaten, die sich schemenhaft am Horizont abheben, und rechts davon die Hundsheimer Berge mit Braunsberg und Hundsheimer Berg.

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Bild 4: Links die südlichsten Wohnsiedlungen am Laaer Berg, mittig die Schornsteine gehören zum Fernheizwerk Simmering, rechts hinten der einzelne rote Schornstein gehört zum Dampfkraftwerk Donaustadt. Dort sollte ich später vorbeikommen.

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Entlang von Feldwegen, die ausdrücklich als Radweg ausgewiesen, aber eher für Mountainbiker geeignet sind, gelangte ich beim Roten Kreuz (Holzkreuz) unter der Donauländebahn hindurch nach Unterlaa. Ober- und Unterlaa bildeten ursprünglich die Streusiedlung Laa. Unterlaa besitzt bis heute einen recht alten, sehenswerten Ortskern mit Häusern aus der späten Barockzeit (z.B. die 1779 gebaute Alte Mühle). Das eigentliche Highlight Unterlaas ist aber die Johanneskirche in der Klederinger Straße:

Bild 5: Unterhalb der Fenster mit dem Malteserkreuz werden die Fundamente eines römischen Grabhauses sichtbar, das im 3. Jahrhundert errichtet wurde. Darüber hat man im 9. Jahrhundert die erste Kirche aufgebaut, im frühen 11. Jahrhundert dann den heutigen Bau, der allerdings von den Türken während der zweiten Türkenbelagerung (1683) großteils zerstört wurde. Die hochmittelalterlichen Bauteile sind allerdings noch vorhanden, folglich ist die Johanneskirche wahrscheinlich die älteste, noch erhaltene Kirche Wiens.

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Bild 6: Von Norden betrachtet - im Vordergrund die römischen Ausgrabungen

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Bild 7: Unmittelbar daneben steht die Heilig-Grab-Kapelle, nach Vorbild jener in Jerusalem vermutlich um 1700 herum erbaut.

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Bild 8: Mauerreste rund um die Kirche

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Unmittelbar nördlich der Kirche fließt die Liesing vorbei, ein schmaler Bach, der mit einem Radweg ausgestattet ist.

Bild 9: In Kledering, Katastralgemeinde von Schwechat, überquert man die Stadtgrenze Wiens, mit herrlichem Rapsfeldblick

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In Schwechat verließ ich die Liesing über die Brauhausstraße und Dreherstraße, benannt nach dem Begründer der Dreher-Bier-Dynastie, der das bekannte Low-Budget-Dosenbier "Schwechater" vermarktet hat. Am Kraftwerk Freudenau überquerte ich den Donaukanal, um zur Donauinsel zu gelangen

Bild 10: Der Kraftwerksübergang ist nichts für schwache Nerven. Rechts blickt man teilweise in die gänzlich abgelassene Rinne, das sind doch einige Meter Höhenunterschied.

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Bild 11: Immer in Sichtweite - der Flugsicherungstower Schwechat. Man beachte die freigelegten Schotterbänke an der Donau, die den niedrigsten Wasserstand seit 100 Jahren hat.

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Bild 12: Das Bauwerk von der Donauinsel aus gesehen

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Bild 13: Die Steinspornbrücke führt von der Donauinsel über die Neue Donau in die Obere Lobau

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Bild 14: Dampfkraftwerk Donaustadt (vergleiche Bild 4)

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Bild 15: UNO-City, dahinter Donauturm, im Vordergrund links Baukräne, die derzeit den DC Tower 1 errichten, der mit 220 m das höchste Gebäude Österreichs werden soll (und es zwei Jahre später auch ist).

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Bild 16: Kaisermühlenbrücke - zur Namensherkunft sagt Wikipedia:

Das 1674 erstmals urkundlich erwähnte Kaisermühlen (damals noch lautend auf „Hof- und Kaisermühlen")  gehörte ursprünglich zu Stadlau. Der Name bezieht sich auf die damals dort ansässigen Mühlenbesitzer und Schiffer, deren Schiffmühlen sich am Kaiserwasser, einem Arm des damaligen Donauverlaufs, befanden. Auch auf dem Wappen Kaisermühlens ist eine Schiffmühle abgebildet.

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Retour ging es schließlich über den Praterstern und Ringradweg, wo es in Höhe Stadtpark einen Trinkwasserspender von der Stadt Wien gibt, wo man sich seine Wasserflaschen mit Hochquellwasser vom Schneeberg auffüllen kann, und ...

Bild 17: ... über die Karlskirche, 1717-1730 erbaut

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