Urheberrecht

Vorwort

Ich weiß nicht, wen Urheberrechte in Zeiten von Web 2.0 noch interessieren. Inzwischen lässt sich mit fast jedem Mobiltelefon alles fotografieren, und via F***b*** instantan hochladen.

Urheberrechte in Österreich und Deutschland

1. In Deutschland gilt nach dem § 22 KunstUrhG folgende Regelung:

„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.“

§ 23 Abs. 1 Nr. 1- 4 KUG:

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:

1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.
(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.

Ein Streetfotograf kann sich nur dann auf ein "höheres Interesse der Kunst" berufen, wenn er selbst ein professioneller Künstler ist. Ein Hobbyfotograf wird das also in der Regel nicht können. Zudem ist das höhere Interesse der Kunst nicht eindeutig definiert und immer Abwägungssache gegenüber dem Persönlichkeitsrecht, was letzendlich auf eine Klage hinauslaufen kann.

In Deutschland ist es - mit den bekannten Ausnahmen verboten, Bilder zu veröffentlichen, auf denen sich Personen erkennen können bzw. auf denen Personen im Mittelpunkt stehen (und erkennbar sind).

2. Nach § 78 UrhG gilt in Österreich eine andere Regelung:

Bildnisse von Personen dürfen weder öffentlich ausgestellt noch auf eine andere Art, wodurch sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, verbreitet werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten oder, falls er gestorben ist, ohne die Veröffentlichung gestattet oder angeordnet zu haben, eines nahen Angehörigen verletzt würden 

Dazu wird näher ausgeführt:

Zu diesem Begriff gibt es eine Vielzahl von Einzelentscheidungen. Das Gesetz legt den Begriff nicht näher fest, weil es bewusst einen weiten Spielraum offen lassen wollte, um den Verhältnissen des Einzelfalles gerecht werden zu können. Insbesondere soll damit jedermann gegen Missbrauch seiner Abbildung in der Öffentlichkeit geschützt werden, insbesondere in Form von Bloßstellung, Entwürdigung, Herabsetzung. Personenfotos dürfen vor allem nicht in einen negativen Zusammenhang gebracht werden; dabei kann es auch auf den Text im Zusammenhang mit dem Bild ankommen. Der Begriff "negativer Zusammenhang" ist aber weit auszulegen; es genügt schon die Möglichkeit der Missdeutung, dass das berechtigte Interesse des Abgebildeten verletzt wird, und die Veröffentlichung wird damit unzulässig. Andererseits kommt es nicht auf das subjektive Empfinden des Abgebildeten an, sondern es ist ein objektiver Maßstab anzulegen. Ist nach objektiven Kriterien kein berechtigtes Interesse an einem Unterbleiben der Veröffentlichung erkennbar, besteht kein Unterlassungsanspruch.

Quelle: http://www.internet4jurists.at/urh-marken/faq_urh1.htm

In Österreich sind Bilder mit Personen erlaubt, auch wenn sich diese wiedererkennen können - jedoch mit der Einschränkung, dass berechtigte Interessen nicht verletzt werden dürfen.

Beachte: Ein Bild, das in Österreich aufgenommen wurde, aber in einem deutschem Forum/ einer deutschen Website veröffentlicht wird, wird nach deutschem Recht bewertet.

Für die Bilder auf meinen Websiten gilt:

Sollte sich jemand auf Fotografien wiedererkennen, den ich nicht um Erlaubnis fragen konnte, so bitte ich um eine entsprechende Info an mich, und die Fotografie wird auf Wunsch umgehend entfernt. Zwecks Anonymisierung verzichte ich bei Street-Fotografien auf Angaben zum Datum.

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