Fallbeispiel zur IPV

Die nachfolgende Fallstudie zum 25. und 26.11. 2006 basiert auf einer Vorhersage (!) des amerikanischen GFS-Modells.

Sie bezieht sich auf die IPV-Theorie - hierzu werden die 850 hPa Thetae-Karten (links) und die IPV-Karten (rechts) verwendet.

Die IPV-Karte zeigt die Druckhöhe der 320K-Fläche (+47°C).

  • Werte um 2 PVU (grün):  Tropopause
  • Werte über 2 PVU: stratosphärische Luftmassen
  • Werte unter 2 PVU: troposphärische Luftmassen

12

t + 60h: Das Bodentief befindet sich mit 992hPa südlich von Neufundland, sowohl an Warm- als auch Kaltfront tritt einer starker Gradient der äquipotentiellen Temperatur auf, entsprechend herrscht eine hohe Baroklinität. Die obere, zyklonale IPV-Anomalie erstreckt sich als tiefrote/lila Zunge von der Südspitze Grönlands bis nach Neufundland und damit unmittelbar rückseitig des Bodentiefdruckkerns. Angesichts von Werten 7-8 PVU und ThetaE-Werten um 54°C kann man davon ausgehen, dass obere und untere Anomalie relativ tief- bzw. hochreichend eine zyklonale Zirkulation auslösen.

13

t + 66h: An der IPV-Zunge rechts erkennt man ein Eindrehen der Zunge Richtung Tiefkern bzw. in zyklonalem Drehsinn. Dies weist auf eine Kopplung beider Anomalien hin.

14

t + 72h: Das Tiefdruckgebiet hat sich massiv vertieft und weist im ThetaE-Feld eine besonders dominante Kaltluftadvektion aus, die an der Westflanke des Kernbereichs mit einer Gradientverschärfung einhergeht. Im IPV-Feld sieht man nun schon eine markante zyklonale Verformung der IPV-Zunge, vorderseitig des Tiefdruckgebiets steigt mit der Warmluftadvektion hingegen das Geopotential und damit die Tropopause an - der Geopotentialabfall an der Tropopause verschärft sich damit weiter - extrem der Übergang daher von etwa 8 PVU auf 1 PVU knapp südlich des Kernbereichs.

15

t+78h: Quasi der Höhepunkt der Entwicklung mit 955hPa: Die Position der oberen Anomalie und der warmen ThetaE-Zunge ergänzen sich perfekt, was zudem auf eine markante Dry Intrusion hinweist, die sich mit den hohen PVU-Werten ergeben würde.

16

t+84h: Der Zustrom hoher ThetaE-Werte (latente Wärme) in den Kern des Tiefdruckgebiets reißt ab, die warme Bodenzunge verschwindet , übrig bleibt ein warmer Tiefdruckkern, was aber auch auf die niedrige Lage der 850er-Fläche zurückgeführt werden könnte. In der IPV-Karte ein ähnliches bildet - die positive Anomalie tropft quasi ab und der Schlauch von Südgrönland her wird immer schmaler und "dünnt" langsam aus. Der Höhepunkt der Zyklogenese ist erreicht.

DruckenE-Mail